Auf den ersten Blick wirkt so ein T-Shirt wie ein ganz einfacher Prozess. Morgens stehen wir auf, nach einem kurzen Herumstehen vor dem Kleiderschrank ziehen wir daraus das richtige Pískacie-Stück, das wir uns einfach über den Kopf und durch die Arme ziehen, und ab geht’s auf die Straße. Doch was geht diesem „Stück Stoff“ voraus?
Wie sieht der Herstellungsprozess eines Pískacie-T-Shirts aus, bevor es seinen Besitzer findet?
Gemeinsam mit Majo, dem Mitinhaber von Pískacie, habe ich eine Schneiderei in Hlohovec besucht, wo das Ganze „gebacken“ wird. Und somit müssen sich die Pískacie-T-Shirts für ihre Herkunft überhaupt nicht schämen. Ihre Herstellung ist maximal human und bleibt sogar bei uns zu Hause, in der Slowakei. Der Baumwollstoff, der bei unseren Nachbarn in Tschechien gestrickt wird, wird in die Werkstatt in Hlohovec geliefert.

Dort fällt er bereits unter die schützenden Hände von elf Schneiderinnen, von denen jede ihre Rolle in der Werkstatt hat. Zuerst wird aus großen Stoffballen die benötigte Menge abgemessen und je nach dem, welchen Schnitt das T-Shirt am Ende bekommt, zugeschnitten. Die vorbereiteten Schnitte wandern auf die Tische der Näherinnen, die den zugeschnittenen Stoff so zusammennähen, dass er die Form eines T-Shirts annimmt. Auf jedes T-Shirt werden Aufnäher mit Logo und Größe sowie ein Etikett mit Informationen über die Herkunft des Shirts, sein Material und die Pflegehinweise aufgenäht. Es bleibt nur noch, auf die Vorderseite des fertigen T-Shirts einen Kunstleder-Aufnäher zu nähen, unter dem sich eine Pfeife befindet, damit das Shirt zu einem Pískacie wird. Aus der Werkstatt gehen die fertigen T-Shirts dann in die Geschäfte oder zum Kurier, der das Shirt fast bis in euren Kleiderschrank liefert.

Elf Frauen in einer kleinen Werkstatt in der Region Trnava können so mit ehrlicher Manufakturarbeit bis zu 1.000 T-Shirts pro Woche nähen. Dank ihres fleißigen Einsatzes kann die ganze Familie Pískacie tragen!
Wie entstand die Zusammenarbeit zwischen den Pískacie-T-Shirts und der Werkstatt in Hlohovec?
In einer Zeit, als die Nachfrage nach Pískacie-T-Shirts stieg, suchten Majo und Silvia eine Schneiderei, die die gesamte Produktion übernehmen konnte. Sie fanden sie in Hlohovec, und daraus entstand eine schöne Zusammenarbeit, die bereits seit 2014 besteht. Nicht nur darüber sprachen wir auch mit den Besitzerinnen der Werkstatt – der Mutter Janka und den Töchtern Lenka und Katka.

Die Werkstatt entstand im Jahr 2004, als das Bekleidungsunternehmen OZETA geschlossen wurde, das viele Schneiderinnen im Bezirk beschäftigte. Damals arbeiteten dort auch die Mutter und ihre zwei Töchter, die beschlossen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und ein Familienunternehmen zu gründen. „Am Anfang waren wir in der Werkstatt nur zu dritt und haben alles ausprobiert – einen Brautsalon und auch Herrenbekleidung“, erinnert sich Mutter Janka an die Anfänge. Sie sagt, dass sie früher bis spät in die Nacht gearbeitet haben und kaum zur Ruhe kamen.
„Seit wir mit den Pískacie-T-Shirts zusammenarbeiten, haben wir uns ganz woandershin entwickelt“, sagt Lenka über das Familienunternehmen, die Schneiderei im Zentrum von Hlohovec. Mit dem Kommen von Pískacie nahm die Arbeit zu, und so wuchs die Zahl der Schneiderinnen nach und nach. „Heute sind wir schon elf und es ist immer noch zu wenig!“, lacht Janka.

Drei Frauen einer Familie haben ihr ganzes Leben der Schneiderei gewidmet. Alle drei sind ausgebildete Schneiderinnen und können sich nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. Auch weitere Schneiderinnen wählen sie für ihr Unternehmen vor allem nach persönlichem Gefühl und auf Basis früherer Erfahrungen bei OZETA aus. „Viele Frauen verloren damals ihre Arbeit und viele von ihnen waren unsere Freundinnen. Wir kennen sie und wissen, wie sie arbeiten. Das ist besser, als wenn jemand vom Amt kommt, der das gar nicht machen will“, erklärt Janka. Auf meine Frage, was sie in ihrer Freizeit machen, antwortet Katka, die eine weitere Nachfolgerin, ihre Tochter Emka, auf dem Arm hält: „Freizeit haben wir nicht, wir widmen uns dem ganz. Es ist für uns eine Arbeit, die uns Spaß macht.“

Die Frauen sind in der Werkstatt an Kinder gewöhnt, fast alle sind selbst Mütter, und so sind die Kinder Teil der Unternehmenskultur geworden. „Sie haben hier ihre Spielecke und verbringen Zeit in der Werkstatt. Sie stehen unter Aufsicht und gleichzeitig können die Frauen – Mütter – zur Arbeit gehen“, erklärt Mutter Janka.
Derzeit ist für die elf Frauen in der Schneiderei das Nähen von Pískacie-T-Shirts fast die Haupttätigkeit. Sie sind dafür dankbar und sagen, dass sie sich dem wohl nicht so widmen würden, wenn ihnen die Shirts nicht gefallen würden. In die Zusammenarbeit haben sie alles gegeben. „Wenn es Pískacie nicht gäbe, gäbe es auch uns nicht“, fügen sie hinzu.

Was also geht diesem Stück Stoff voraus?
Hinter jedem T-Shirt steckt ein Stück ehrlicher Arbeit. Hinter jeder Naht, jedem Aufnäher steht die Geschichte von Frauen, die dank der T-Shirts Arbeit bekommen haben. Die Arbeit wird fair bezahlt, die Produktion bleibt lokal, und ihr könnt so Träger dieser T-Shirts ohne schlechtes Gewissen werden.
Und darüber, dass wir durch das Tragen lokaler Produkte und die Unterstützung von Designern einen kleineren ökologischen Fußabdruck hinterlassen als durch die Unterstützung von Fast Fashion, ein anderes Mal…
Text: Veronika Pilátová
